Opel Rennwagen 12,3l 260 PS 1914


Opel Rennwagen 12,3l 260 PS 1914

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Das Grüne Monster

 

Mit 12,3 Litern Hubraum und einem donnernden Getöse wie ein Schiffskutter machte vor 100 Jahren ein Opel Renner auf sich aufmerksam. Der ist längst Legende. Nur wenige Tage nach dem 24 Stunden-Rennen in der Grünen Hölle feiert ein grünes Monster seinen 100. Geburtstag. Seinen Namen trägt das Gefährt nicht ohne Grund, denn mit einem Hubraum von 12,3 Litern darf dieser allemal als monströs bezeichnet werden. Verbaut wurde das 260 PS und 700 Newtonmeter starke Vierzylinder-Aggregat in einem zwei Tonnen schweren Opel Rennwagen. Dass das über 200 Kilometer pro Stunde schnelle Ungetüm nicht nur einen flotten Geradeauslauf und Volumen zum Treibstoffverbrennen hat, zeigt die Tatsache, dass Opel-Werksfahrer Carl Jörns die meisten seiner Siege mit diesem unglaublichen Rennwagen errang.

 

Das hubraum-stärkste Fahrzeug, das jemals in Rüsselsheim entstanden ist, zählt zu den ersten überhaupt, die mit einer Vier-Ventil-Technik ausgestattet wurden. Anders als in aktuellen Fahrzeugen kann dieser Technik sogar bei der Arbeit zugeschaut werden, ohne die Motorhaube zu öffnen oder irgendwelche Plastikverschalungen herauszureißen. So schön die insgesamt 16 Ventile beim Öffnen und Schließen auch zu beobachten sind, so unangenehm wird dieses Show während der Fahrt. Der Fahrtwind bläst das Öl von den Ventilfedern unerlässlich gen Gesicht. Ohne eine Schutzbrille ist hier kein Meter möglich. Zumal das gerade einmal DIN-A 4-Blatt große Windschutz-Scheibchen so gut wie nichts bringt.

 

 

Wegen dieser sehr schwerfälligen Bedienbarkeit des Opel Rennwagens ist es umso erstaunlicher, wie Carl Jörns zusammen mit seinem Beifahrer Kurt C. Volkhart zahlreiche Rennen gewinnen konnte. Belegte er noch im ersten Jahr, sprich 1914, beim Großen Preis von Frankreich den zehnten Rang, gewann er nach dem ersten Weltkrieg in den Jahren 1922 bis 1924 zahlreiche Strand-, Berg- und Flachrennen. Vor allem auf sandigem Untergrund musste sich Carl Jörns etwas wegen der fehlenden Vorderradbremse einfallen lassen. Und so kam es, dass er das Ungetüm vor jeder Kurve mithilfe der Handbremse anstellte und einfach durch die Kurve driftete. Einen Geschwindigkeitsweltrekord stellte Carl Jörns 1922 dann auch noch auf: Mit 194 Kilometer pro Stunde raste er über den Sandstrand der dänischen Insel Fano.

 
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